Blackout betrifft uns alle – vorbereitet sein statt überrascht werden
Ein großflächiger, langandauender Stromausfall kann jederzeit eintreten – und die Folgen für unsere Märkte, Logistik und IT-Systeme sind erheblich: Kassensysteme stehen still, Lieferketten geraten ins Stocken, Kommunikation wird erschwert. Jede und jeder kann dazu beitragen, die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten – durch umsichtiges Handeln, klare Abläufe und verlässliche Kommunikation.
Auf dieser Seite findest du:
- ein kompaktes FAQ mit Antworten zu Prävention, Verhalten im Ernstfall und schneller Wiederherstellung,
- ein Video, das die wichtigsten Risiken erklärt und zeigt, wie du dich beruflich und privat vorbereiten kannst.
- weiterführende Dokumente zum Download.
Gemeinsam sorgen wir dafür, dass die REWE GROUP auch in Krisensituationen handlungsfähig bleibt.
Allgemeines Verständnis
Ein Blackout beschreibt einen überregionalen und länger andauernden Stromausfall. Da das Österreichische Stromnetz fast vollständig aus einem einzigen Verteilernetz besteht bedeutet das, dass zumindest in ganz Österreich, sehr viel wahrscheinlicher aber in einem Großteil Europas der Strom ausfällt. Wichtig ist auch, dass es sich nicht um eine kurze Störung (< 2 Stunden) handelt, sondern der Strom mehrere Stunden oder Tage nicht zur Verfügung steht.
Ein Blackout gilt generell aus unwahrscheinlich, jedoch nicht ausgeschlossen. Es gibt viele Sicherheitsmechanismen, die uns auch in den letzten Jahren vor einem solchen Ereignis bewahrt haben.
Die Ursachen können in vielen Bereichen liegen: Das Stromnetz in Europa ist teilweise sehr alt und in manchen Bereichen überlastet. Erneuerbare Energieerzeuger, wichtig für den Klima- und Umweltschutz, sind abhängig von Sonne und Wind und können nicht so genau gesteuert werden wie herkömmliche Kraftwerke – daher ist es schwieriger auf plötzliche hohe Verbrauchsspitzen zu reagieren. Auch können Extremwetterereignisse (Hochwasser, Sturm, Murren, etc.) zu Beschädigungen im Stromnetz und im schlimmsten Fall zu einem Blackout führen.
Zuletzt sei noch die unwahrscheinliche Möglichkeit von Sabotage oder Angriffen (wie man sie z.B. im Zuge des Ukraine Krieges beobachten kann) als Ursache erwähnt.
Wie oben erwähnt sind vor allem 2 Faktoren ausschlaggebend: Die betroffene Fläche und die Dauer. Ein Stromausfall betrifft oft nur eine kleine Fläche in einem Bezirk und ist innerhalb weniger Stunden behoben. Ein Blackout betrifft ganz Österreich oder sogar einen Großteil Europas und dauert voraussichtlich mehrere Stunden oder Tage.
In Europa gibt es ein so genanntes Verbundnetz, das heißt, dass alle Mitgliedsstaaten im Verbund sich gegenseitig Strom liefern. Dies unterstützt, wenn z.B. der Norden eine geringe Produktion und einen hohen Verbrauch hat und es im Süden umgekehrt ist.
Die Aufrechterhaltung des Stromnetzes ist dadurch jedoch umso komplizierter und herausfordernder. Kleine Fehler oder Probleme können schnell zu größeren führen und so das Netz zu Fall bringen (Kaskadeneffekt).
Auswirkungen
Die Auswirkungen hängen in erster Linie mit der Dauer zusammen. Es wird zu Einschränkungen in der Versorgung mit Lebensmittel, Wasser, Abwasser kommen. Notfalldienste (Rettung, Feuerwehr) sind nur schwer zu erreichen, Krankenhäuser funktionieren nur eingeschränkt. Der öffentliche Verkehr wird zum Erliegen kommen und im Straßenverkehr ist umso mehr Vorsicht geboten, da Ampel und andere Regelanlagen nicht funktionieren.
Die Dauer eines Blackouts ist abhängig von der Ursache. Jedoch hat Österreich den Vorteil über einige schwarzstartfähige Kraftwerke zu Verfügen, mit deren Hilfe man wieder ein Stromnetz aufbauen kann. Im besten Fall kann in Österreich so innerhalb von 48-72 Stunden wieder ein stabiles Stromnetz etabliert werden – wobei nicht garantiert werden kann ob gleich alle Haushalte in ganz Österreich versorgt werden. Der Fokus liegt bei der kritischen Infrastruktur und Ballungszentren.
Besonders betroffen sind Krankenhäuser, Notruf, Wasser- und Abwasserversorgung, Lebensmittelversorgung und andere Bereich des täglichen Lebens.
Das öffentliche Leben wie wir es kennen, kommt zum Erliegen. Ein paar Beispiele:
Das Handynetz wird innerhalb der ersten Stunde ausfallen, wodurch man Angehörige oder den Notruf nicht mehr erreichen kann.
Der öffentliche Bahnverkehr wird ausfallen und Personen werden in den unterschiedlichsten Regionen stranden. Sie können nicht mehr nach Hause oder zur Arbeitsstelle.
Es ist unklar, ob Schulen oder Kindergärten einen Betrieb aufrechterhalten können. Eventuell müssen Eltern ihre Kinder versorgen und können nicht als Arbeitskraft zur Verfügung stehen.
Krankenhäuser können mittels Notstroms einen Notbetrieb für Akutversorgungen aufrechterhalten, mehr aber auch nicht. Ein großes Problem werden Personen haben, die auf regelmäßige Kontrollen bzw. Behandlungen angewiesen sind (z.B. Dialyse).
Vorbereitung & Vorsorge
In Österreich empfiehlt der Zivilschutz generell die Anlage von einem Notfallvorrat. Dies betrifft z.B. Lebensmittel und Medikamente für 10-14 Tage, Kochstellen ohne Strom, Batterielampen und -radios. Auch Verbandsmaterial, Feuerlöscher und andere Notfallausrüstung sollte nicht fehlen. Checklisten stehen auf den div. Websiten der Zivilschutzverbände zur Verfügung.
Eine gesetzliche Vorgabe konkret für eine Blackout gibt es nicht. Betriebe und Unternehmen der kritischen Infrastruktur sind jedoch auf Grund von lokalen und internationalen Gesetzen und Verordnungen verpflichtet Risikoanalysen durchzuführen und Maßnahmen zu planen. Je nach Unternehmen kann ein Blackout als ein Risiko in diesen Analysen angeführt sein.
Jede Stadt und Gemeinde bereitet sich unterschiedlich auf ein Blackout vor. Am besten informiert man sich vor Ort bei der Bezirkshauptmannschaft oder bei den lokalen Zivilschutzverbänden und Einsatzorganisation.
Notstromaggregate können helfen einen Notbetrieb, z.B. im Krankenhaus, aufrechtzuerhalten. Sie sind jedoch nicht für einen Dauerbetrieb ausgelegt und müssen regelmäßig betankt werden. Gerade bei einem Blackout ist das eine große Frage – wie kommt der Treibstoff zum Aggregat?
Verhalten im Ernstfall
Wie bei einem jeden Notfall ist es wichtig in erster Linie Ruhe zu bewahren und auf die Anweisungen von Einsatzkräften oder der Regierung zu hören. Hierzu empfiehlt es sich ein Radio (Batterie oder Autoradio) auf Ö3 zu stellen und auf Informationen und Anweisungen zu warten.
Ebenfalls bespricht man sich am Besten innerhalb der Familie VOR einem Blackout und macht ein Vorgehen oder einen Treffpunkt aus. Wichtig ist auch zu klären wer sich um Kinder bzw. andere Angehörige kümmert.
Das Informationsmedium für die breite Bevölkerung wird in erster Linie das Radio sein. Manche Gemeinden und Städte bereiten Flugblätter oder Plakate vor.
Hier ist es sinnvoll sich persönlich bzw. vor Ort abzusprechen. Ein mögliches Konzept ist das „Leuchtturm-Konzept“. Hier wird ein zentrales Gebäude der Gemeinde (z.B. Rathaus, Feuerwehrhaus, …) als Informations- und Unterstützungsobjekt genannt, wo man im Ernstfall Hilfe beziehen kann.
Einsatzorganisationen treffen eigene Vorbereitungen, um auch im Falle eines Blackouts ihre Einsatzbereitschaft zu erhalten. Aber auch hier ist unklar, wie viele Mitarbeiter:innen zum Dienst erscheinen (können). Da der Notruf nur eingeschränkt oder gar nicht funktioniert, wird eine Hilfe wie wir sie kennen nicht möglich sein oder sich stark verzögern. Auch werden sich teilweise die Aufgaben ändern – die Polizei wird z.B. sehr stark im Objektschutz (Kritische Infrastruktur) eingebunden sein.
Die wichtigste Frage ist hier zum ersten: Wie ist es zum Blackout gekommen und wie lange hat dieser angedauert?
Sofern es keine groben technischen Probleme gibt, werden der Reihe nach Gemeinden und Städte an das Stromnetz angeschlossen. Es kann hier jedoch jederzeit zu erneuten Unterbrechungen (Stromausfällen) kommen.
Ein großes Hindernis nach dem Blackout werden die gestörten Lieferketten sein. Auch muss man damit rechnen, dass je nach Dauer, gewisse Lebensmittel nicht mehr verzehrbar sind und mehr Zeit bis zur normalen Produktion und Auslieferung vergeht.
Vorratshaltung im Haushalt
Hierfür gibt es Checklisten in den bei den lokalen Zivilschutzverbänden. Diese umfassen üblicherweise Wasser, Konserven, Teigwaren, Mehl, Haltbarmilch, …
Empfohlen wird ein Zeitraum von mind. 7 – max. 14 Tage.
Wichtig ist einerseits eine lange Haltbarkeit und auch die Möglichkeit, die Lebensmittel zuzubereiten. Hierzu kann man auch Notkocher bzw. Campingkocher kaufen. Natürlich sind auch die eigenen Essgewohnheiten zu beachten.
Hierzu kann man z.B. Camping Kocher oder Kochstellen mit Trockenbrennpaste benutzen. In manchen Häusern kann man auch noch Öfen mit Holz befeuern. Wichtig ist hier auch auf die Sicherheit (Brandgefahr, Rauchgase) zu achten.
Lebensmittel sollten am besten trocken und vor starkem Licht/Sonner sowie Wärme geschützt gelagert werden.
Wasser ist essentiell für das menschliche Leben. Im Falle eines Blackouts kann die herkömmliche Wasserversorgung zum Erliegen kommen, da Pumpen nicht funktionieren. Daher ist es wichtig, einen entsprechenden Vorrat zu Hause zu haben.
Logistik und Versorgungsketten
Unter normalen Bedingungen werden Lebensmittel von Produzenten zu den Lebensmittelhändlern geliefert und üblicherweise in Lagerstandorten zwischengelagert. Von dort aus werden die Filialen der LEHs beliefert.
Die gesamte Lieferkette ist vom Strom abhängig. Dies beginnt bei der Lagerhaltung und Bestellung und betrifft natürlich auch die Kühlung. Zusätzlich benötigt man auch in der Logistik weiterhin Personen, wobei hier unklar ist, wie viele Mitarbeiter:innen im Falle einer Krise/Katastrophe ihre Arbeit aufnehmen können.
Die Funktion von Supermärkten ist unmittelbar eingeschränkt. Es gibt kein Licht, die Kühlung fällt aus und das Bezahlen (Bar und Karte) funktioniert nicht. Grundsätzlich werden Supermärkte bei einem Stromausfall unmittelbar geschlossen und Notfallpläne treten in Kraft.
Hier ist es wichtig, dass sich die Gemeinde mit den regionalen Versorgern abspricht und die Bevölkerung informiert. Natürlich ist auch die ländliche Bevölkerung angehalten, Vorräte anzulegen.
Staatliche und gesellschaftliche Maßnahmen
Es gibt keine gesetzliche bzw. rechtliche Grundlage, die den Staat zur Lebensmittelversorgung zwingt. Vielmehr ist jede Person bzw. Familie für sich selbst verantwortlich. Natürlich wird im Krisenfall versucht, die Lebensmittelversorgung bestmöglich aufrechtzuhalten bzw. zu unterstützen. Da dies jedoch nicht garantiert werden kann, wird von staatlichen Stellen eine Bevorratung angeraten.
Ja es gibt einen Plan, der gemeinsam mit allen Lebensmitteleinzelhändlern, dem Städte- und Gemeindebund und dem zuständigen Ministerium ausgearbeitet wurde. Dieser sieht vor, das am Tag des Blackouts alle Filialen geschlossen bleiben. Am Folgetag wird zwischen 10:00 und 15:00 Uhr ein Notverkauf im Eingangsbereich stattfinden. Dieser Verkauf erfolgt so lange, wie es die Situation erforderlich macht und die Umstände es zulassen.
Hilfsorganisationen wie Rettungsdienste und Feuerwehren können unterstützen. Jedoch sind hier die Vorräte in erster Linie für die eigenen Kräfte gedacht, damit diese selbst einsatzfähig bleiben.