Das Jahr 2025 war gesamtwirtschaftlich von einer anhaltend hohen Inflation geprägt, die sich auch in einer gedämpften Konsumstimmung widerspiegelte. Dennoch hat die REWE Group Österreich ihren Bruttoumsatz um + 2,2 Prozent auf 11,36 Milliarden Euro gesteigert und beschäftigte zum Jahresende landesweit rund 47.000 Mitarbeiter:innen, was ihre Rolle als einer der größten privaten Arbeitgeber im österreichischen Handel untermauert. Das Geschäftsfeld Lebensmittelhandel (BILLA, BILLA PLUS, PENNY, ADEG) erzielte ein Umsatzplus von + 1,9 Prozent. Trotz volkswirtschaftlicher Herausforderungen hält die REWE Group an der größten Investitionsoffensive ihrer Unternehmensgeschichte fest: Die REWE Group investierte 2025 in Österreich rund 300 Mio. Euro, für 2026 sind 350 Mio. Euro vorgesehen. Bis Ende 2027 investiert die Gruppe insgesamt 1,5 Milliarden Euro in den Wirtschaftsstandort Österreich.
2025 war darüber hinaus ein Jahr strategischer Weichenstellungen. Mit dem neuen Logistikzentrum „ALPHA“ in Wiener Neudorf wird um 600 Millionen Euro die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte getätigt und ein entscheidender Schritt für die heimische Versorgungssicherheit mit automatisierter, zukunftsfähiger Warenlogistik geleistet. Parallel dazu setzte die Gruppe ein klares Zeichen für die Erhaltung regionaler Strukturen und Nahversorgung: Die Übernahme von 21 Standorten der UNIMARKT Gruppe stärkte die Kaufleute-Organisation von ADEG sowie das Filialnetz von BILLA und PENNY nachhaltig. Ein weiterer Meilenstein war die Expansion des Drogeriefachhändlers BIPA nach Rumänien und damit der Eintritt in einen neuen EU-Markt neben Kroatien, wo BIPA bereits seit 2007 sehr erfolgreich aktiv ist
BILLA stärkt regionale Versorgung mit Unternehmertum und Bekenntnis zu Österreich im Sortiment
BILLA verzeichnete 2025 in Österreich ein Umsatzwachstum von + 1,4 Prozent. Täglich begrüßt BILLA rund 1,9 Millionen Kund:innen in seinen Märkten und unterstreicht damit seine starke Rolle in der österreichischen Nahversorgung. Besonders prägend im vergangenen Jahr war die Stärkung der Kaufleute-Struktur, die bis Jahresende bereits 40 BILLA Kaufleute umfasste und damit stärker denn je in der regionalen Versorgung verankert ist. Bis 2030 sollen insgesamt 200 BILLA Kaufleute-Märkte als zentraler Baustein der BILLA Strategie in das Standort-Netz integriert werden. Auch im Bereich Nachhaltigkeit und Landwirtschaft zeigte BILLA einmal mehr Profil: BILLA ist seit 2020 der erste und bisher einzige Lebensmittelhändler in Österreich, der Frischfleisch – inklusive Geflügel und Aktionsware – ausschließlich aus Österreich anbietet. Tierwohl ist bei BILLA keine Nische mehr und erreicht bei Frischfleisch einen Anteil von mehr als 50 Prozent des Verkaufsumsatzes.
BILLA nimmt jährlich Produkte im Wert von über 2 Milliarden Euro von heimischen Lieferant:innen ab und stärkt damit nachhaltig die österreichische Landwirtschaft und Wertschöpfung. Hoch sind auch die Bio-Anteile in einzelnen Warengruppen, bei Brot und Gebäck liegt der Bio-Anteil bei über 50 Prozent, bei Frischmilch bei über 30 Prozent, bei Gemüse bei 29 Prozent. Generell sind die Bio-Umsätze bei BILLA 2025 mehr als drei Mal so stark gestiegen wie im konventionellen Bereich. Damit unterstreicht BILLA mit Marken wie dem Bio-Pionier Ja! Natürlich seine Führungsrolle im Bio-Bereich. Zudem hat BILLA bei plant-based eine Vorreiterrolle übernommen und bei BILLA PLUS mit einem Sortiment von mehr als 7.000 plant-based Produkten das größte rein pflanzliche Sortiment im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel.
Konsequent agierte BILLA beim Thema Inklusion und beschäftigte 2025 über 900 Mitarbeiter:innen mit Behinderungen – ein Spitzenwert im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel. Zudem hat der Lebensmittelhändler bereits Ende 2021 in den ersten Märkten die „Stille Stunde“ eingeführt. In dieser werden akustische und visuelle Reize in den Märkten reduziert – ein klares Zeichen für mehr Barrierefreiheit im Einkaufsalltag.
Gesellschaftliches Engagement zeigt BILLA weiterhin im Kinder- und Jugendsport. In Kooperation mit 140 Sportvereinen und -verbänden wurden bereits rund 30.000 Kinder in den Sportarten Fußball, Handball, Volley, Segeln oder American Football erreicht, flankiert von der Vereinskampagne „I leb‘ für mein‘ Verein!“, bei der Kund:innen Lose für ihren Lieblingsverein sammeln und die Vereine diese gegen Prämien einlösen können.
BIPA: Stabile Entwicklung, internationale Expansion und starke Positionierung bei Frauengesundheit
Auch BIPA entwickelte sich 2025 insgesamt mit einem Wachstum von + 2,3 Prozent stabil weiter. Neben einem weiterhin sehr erfolgreichen Geschäftsverlauf in Kroatien mit einem Plus von 9,7 Prozent stand vor allem die Expansion nach Rumänien im Fokus, wo BIPA 2025 erstmals mit einem eigenen Store in der Hauptstadt Bukarest an den Start ging. Die Eröffnung der ersten Filiale war der Startschuss für die Expansion von BIPA in Rumänien. Mit 2026 sollen jährlich 20 bis 25 Filialen eröffnen. Bei BIPA Österreich, einer der größten Drogeriefachhändler des Landes mit wöchentlich rund einer Million Kund:innen, prägte die Kampagne „Ehrlich gesagt“ das Jahr und positionierte BIPA als wichtige Stimme rund um Frauengesundheit, wodurch das Profil des Unternehmens im Drogeriefachhandel weiter geschärft wurde. Ein zentrales Anliegen bleibt das gesellschaftliche Engagement: Mit der 2023 gemeinsam mit der Stadt Wien ins Leben gerufenen Initiative „Rote Box“ wird ein wichtiger Beitrag zur Bewusstseinsbildung rund um Periodenarmut geleistet, indem jungen Frauen und Mädchen monatlich insgesamt 27.000 Gutscheine für kostenlose Periodenprodukte zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus konnte BIPA in Kooperation mit Lieferanten im Jahr 2025 in Caritas Mutter-Kind-Häusern insgesamt 12.000 Schlafplätze für armutsgefährdete Mütter und deren Kinder ermöglichen. Auch im Eigenmarkenbereich setzt BIPA international starke Akzente: eigene Produktentwicklungen, wie die Eigenmarken bi good oder Babywell, die teilweise sogar in Österreich hergestellt werden, werden in allen REWE-Ländern und -Marken angeboten – sowohl in Deutschland als auch in den CEE-Märkten.
PENNY investiert 90 Millionen Euro in die größte Filialmodernisierung des Unternehmens und forciert Lehrlingsausbildung
In einem von intensivem Wettbewerb und wirtschaftlichen Herausforderungen geprägten Umfeld, konnte sich PENNY Österreich nach zwei außergewöhnlich erfolgreichen Jahren mit insgesamt + 14,5 Prozent Umsatzwachstum 2025 das Umsatzniveau stabil halten (0,0 Prozent). Bereits im Vorjahr hat PENNY die größte Filialmodernisierung der Unternehmensgeschichte gestartet, die in den nächsten Jahren konsequent fortgesetzt wird. Dafür investiert PENNY in den kommenden drei Jahren österreichweit rund 90 Millionen Euro in ein neues Ladenlayout. Im Mittelpunkt steht dabei ein klarer Fokus auf Frische – mit besonderem Schwerpunkt auf das Fleischsortiment, garantiert durch eigene Fleischhauer:innen in 237 Filialen sowie einem erweiterten Angebot bei Obst und Gemüse sowie Brot und Gebäck.
PENNY bietet seit letztem Jahr den „Zentraltag für Lehrlinge“ an, bei dem besonders engagierte Lehrlinge die Zentrale besuchen, sich mit Entscheidungsträger:innen austauschen und das halbautomatisierte REWE Lager kennenlernen, um so frühzeitig Einblicke in unterschiedliche Unternehmensbereiche zu erhalten. Das Lehrangebot wurde zudem erweitert: Ab dem 2. Lehrjahr können Lehrlinge die Tafel des Roten Kreuzes unterstützen und wertvolle Erfahrungen im sozialen Engagement sammeln. Zusätzlich führen Lehrlinge aus mehreren Bundesländern im Rahmen einer Projektwoche eigenständig eine Filiale und nehmen an einem Verkaufswettbewerb teil. Alle Angebote gelten ebenso für Lehrlinge im Fleischverkauf, die von erfahrenen Abteilungsleitungen begleitet werden und zusätzliche Praxiserfahrung bei Produzenten erhalten.
Convenience und mehr Kund:innen sorgten für Plus im Großhandel
Der Großhandel der REWE Group Österreich konnte seinen Umsatz 2025 deutlich steigern und erzielte ein Wachstum von +7,9 Prozent. Maßgeblich dafür war die anhaltend starke Entwicklung im Convenience-Segment, insbesondere bei Tankstellenpartnern mit rund 630 Standorten, sowie eine erfolgreiche Neukundenakquise. Das dichte Netz an ADEG Märkten trug ebenfalls positiv zur Geschäftsentwicklung bei. Durch die Übernahme von Unimarkt-Standorten wurden elf Standorte sukzessive im Jahr 2026 als ADEG Märkte neu eröffnet, weitere sieben Standorte wurden von BILLA übernommen und drei von PENNY. Mit der Weiterführung der ehemaligen Unimarkt-Standorte setzen die REWE-Handelsfirmen ein starkes Zeichen für die Sicherung der regionalen Nahversorgung in Oberösterreich, Niederösterreich und in der Steiermark.
Touristik: Aufschwung und hohe Nachfrage nach Mittelmeer- und Fernreisezielen
Auch die Touristik entwickelte sich nach mehreren Jahren pandemiebedingter Einschränkungen sehr dynamisch. DERTOUR Austria erwirtschaftete in Österreich einen Umsatz von 326 Millionen Euro, ein Plus von 11,6 Prozent. Die Nachfrage konzentrierte sich 2025 vor allem auf klassische Mittelmeerziele wie Griechenland, die Türkei, Spanien und Ägypten, während im Fernreisebereich insbesondere die Malediven, Mauritius und Thailand stark gebucht wurden.